Bimmelchen und Bammelchen am Baggersee

Es war ein schöner Tag im August, als Bimmelchen früh morgens aus seinem Bett sprang. Die ganze Nacht hatte sie schon nicht richtig schlafen können, so aufgeregt war sie. Es war der erste Tag der Sommerferien, und ihre Mutter hatte gesagt, das wenn die Sonne scheinen würde, Bimmelchen mit ihrem Bruder Bammelchen raus an den Baggersee fahren dürften.

Ganz aufgeregt lief Bimmelchen zum Fester, zog die Gardine weg und zu seiner großen Freude war es tatsächlich ein wunderschöner Morgen. Die Vögel zwitscherten, die Sonne schien und im Vorgarten sah sie wie ein Schmetterling es sich grade auf einer Blume gemütlich machte. 

Sie lief schnell zu Ihrem Bruder, um ihn zu wecken. "Steh schnell auf Brüderchen, die Sonne scheint wir können gleich raus zum See fahren." rief sie ganz aufgeregt und rüttelte dabei an Bammelchens Bettdecke. Als Bammelchen das hörte war auch er gleich hellwach. "Oh, fein" sagte er und sprang ganz schnell aus seinem Bettchen.

Nach dem Frühstück packten die beiden sofort ihre Fahrräder, um so schnell wie möglich an den See zu gelangen. Sie kannten ja den Weg, die Strasse runter, am Bäcker vorbei, der vor seinem Laden stand und den beiden noch nett zuwinkte, durch das kleine Wäldchen und schon waren sie da.

Da es noch früh am Morgen war, waren die beiden auch die ersten am See. "Mensch haben wir ein Glück." sagte Bammelchen zu seiner Schwester. "Kein Mensch da." Schnell breiteten sie ihre Handtücher aus, und legten sich auf die schöne Wiese am Rande des Sees. "Das wird bestimmt ein ganz toller Tag." sagte Bimmelchen, die es sich schon auf ihrem Handtuch gemütlich gemacht hatte.

Und so lagen sie da und ließen sich von der Sonne bescheinen. Plötzlich schaute Bammelchen aufs Wasser und sagte zu seiner Schwester. "Guck mal da, wir sind doch nicht die ersten an diesem Morgen, da hinten schwimmt schon ein ganz dicker Mann im Wasser." Und Bimmelchen sagte: "Komm wir rufen mal Hallo zu ihm rüber." Die beiden stellten sich ans Ufer und mit aller Kraft riefen sie dem dicken Mann ein kräftiges Hallo zu.

Sie legten sich wieder auf ihre Handtücher und sahen zu wie der dicke Mann am schwimmen war. Und als er näher an sie rangeschwommen war, sagte Bammelchen plötzlich zu seiner Schwester: "Guck mal was der dicke Mann da macht, der schwimmt mit dem Gesicht nach unten, und das jetzt schon die ganze Zeit."

"Das ist ja lustig" sagte Bimmelchen "und schau mal er schwimmt genau auf uns zu." Es dauerte auch nicht lange da war der dicke Mann am Ufer angekommen. Nur seinen Kopf den hielt er immer noch unter Wasser. "Guck mal Bimmelchen..." sagte Bammelchen zu seiner Schwester "der dicke Mann ist ja lustig, der ist mit Schlittschuhen schwimmen gegangen und das mitten im August, so was verrücktes."

So vergingen einige Stunden, der dicke Mann rührte sich nicht, und Bimmelchen und Bammelchen lagen wieder auf ihrem Handtuch. Mittags sagte Bimmelchen zu ihrem Bruder: "Was haben wir hier nur für einen herrlichen Tag erwischt, es sind bestimmt 30 Grad und schau mal wie die Sonne vom Himmel scheint, Brüderchen. Das einzige was mir auffällt das hier so vielen Fliegen rumschwirren, die waren heute Morgen noch nicht da." "Das ist mir auch schon aufgefallen" sagte Bammelchen "die sind erst da seid dem der dicke Mann da liegt."

"Ach was soll´s" sagte Bimmelchen "von so ein paar Fliegen lassen wir uns doch nicht den Tag verderben." und so legte sie ihren Kopf wieder zurück um sich weiter von der Sonne bescheinen zu lassen. Mehrere Stunden lagen sich noch dort, bis ungefähr 17 Uhr, als Bammelchen zu seiner Schwester sagte: "Los, Schwesterchen wir müssen nach Hause, es gib bald Abendbrot." Worauf Bimmelchen antwortete: "Ich hab gar keinen Hunger, mir ist dieser Geruch der seit heute Mittag in der Luft hängt ziemlich auf den Magen geschlagen, ist dir der nicht aufgefallen." "Doch" sagte Bammelchen "das ist das Parfüm von dem dicken Mann, das riecht ganz schön, so süßlich, wie wen Tante Hildegard Sauerbraten kocht."

"Aber Du hast recht, lass uns nach Hause fahren." sagte Bimmelchen "ich sag nur noch dem dicken Mann eben auf wiedersehen." Der dicke Mann hatte sich immer noch nicht bewegt und war immer noch am tauchen, was Bammelchen jetzt aber doch etwas komisch vorkam, da er auch auf seine Verabschiedung gar nicht reagierte. Er stieg also zu dem dicken Mann ins Wasser und tippte ihm leicht auf die Schulter, wodurch sich plötzlich sein Körper im Wasser rumdrehte und Bammelchen einen Riesenschreck bekam. "Bimmelchen, schau mal der Mann ist ganz blau im Gesicht." rief er ganz aufgeregt. "ich glaube er hat sich im Wasser unterkühlt."

"Im Schwimmunterricht habe ich mal darüber was gelernt." sagte Bimmelchen, "Bei Unterkühlung soll man gaaannnnnzzzzzzz schnell einen Notarzt holen. Komm wir fahren schnell zu Herrn Müller dem Bäcker und rufen von da aus einen Rettungswagen." "Dann können wir dem auch gleich sagen das er sich auch am Auge verletzt hat, Bimmelchen..." sagte Bammelchen zu seiner Schwester "...schau mal das eine ist gar nicht mehr da."

So radelten sie also zu Herrn Müller, der zu ihnen sagte das sie das richtig gemacht hätten, er würde schnell im Krankenhaus anrufen, und Bimmelchen und Bammelchen sollen doch bitte wieder zum dicken Mann fahren und dort warten bis der Arzt käme.

Es dauerte auch nicht lange bis der Arzt da war. Er sagte zu Bimmelchen und Bammelchen: "Das habt ihr ganz toll gemacht." Und er erklärte ihnen das der Mann schon mehrere Monate in diesem See gelegen hätte, und wenn sie ihn nicht gefunden hätten, das ganze Wasser verseucht worden wäre. Bammelchen war darauf hin stolz wie Oskar, und als die beiden Abends im Bettchen lagen, und noch lange über diesen verrückten Tag redeten, sagte Bammelchen noch einmal zu seiner Schwester: "Gut das wir dem dicken Mann gefunden haben, er wird bestimmt wieder ganz gesund, nur schade das sie das mit dem Auge nicht mehr hinkriegen, wie der Arzt gesagt hat, weil das ja wie er sagte schon ein Fischen aufgegessen hatte."

Und so schliefen sie friedlich ein und träumten von Tante Hildegard´s Sauerbraten.